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Werden die bisherigen Krankenversichertenkarten ab 1. Januar 2014 schlagartig ungültig?

by - 1. Oktober 2013

Nicht in Panik verfallen – diesen Rat sollten GegnerInnen der elektronischen Gesundheitskarte in diesen Tagen beherzigen.

Denn diverse Krankenkassen (und eine große Zahl von elektronischen und Printmedien) setzen seit einigen Tagen die eGk-kritischen bzw. –ablehnenden Versicherten massiv unter Druck mit dem Hinweis, dass ihre bisherige Krankenversichertenkarte, selbst wenn sie mit einem längeren Ablaufdatum versehen ist, ab 01.01.2014 schlagartig ungültig werden würde.

Frau Dr. Silke Lüder, Fachärztin für Allgemeinmedizin, aktiv in der Auseinandersetzung um die elektronische Gesundheitskarte hat auf der Homepage http://www.stoppt-die-e-card.de/ am 29.09.2013 zu dieser Thematik informiert und Stellung genommen. U. a. schreibt sie:

„…Zitat aus der aktuellen Info einer kassenärztlichen Vereinigung an ihre Mitglieder von vorgestern:

Elektronische Gesundheitskarte

Ab Januar 2014 gilt offiziell nur noch die e-GK als gültiger Versicherungsnachweis der Patienten. Im Rahmen einer unbefristeten Übergangsregelung können aber die alten Krankenversichertenkarten weiterhin… eingelesen werden. Auf Basis der ‚alten‘ KVK können also auch in Zukunft Leistungen abgerechnet oder veranlasst und Verordnungen und Bescheinigungen ausgestellt werden…

Nachtrag 02.10.2013

Dr. Ewald Proll, Arzt für Psychiatrie / Psychotherapie, ebenfalls engagierter Gegner der eGk, informiert auf seiner Homepage (http://www.drproll.de/index.php?/archives/971-Die-Krankenkassen-informieren-ihre-Mitglieder-ueber-die-Gesundheitskarte.html) u. a. wie folgt:

„Im Bundesmantelvertrag Ärzte steht…:

  • § 13.1: Anspruchsberechtigt nach diesem Vertrag sind alle Versicherten, die ihre Anspruchsberechtigung durch Vorlage der elektronische Gesundheitskarte oder eines anderen gültigen Anspruchsnachweises belegen.

und

  • § 18.8: Der Vertragsarzt darf von einem Versicherten eine Vergütung nur fordern, 1. wenn die elektronische Gesundheitskarte vor der ersten Inanspruchnahme im Quartal nicht vorgelegt worden ist bzw. ein anderer gültiger Anspruchsnachweis nicht vorliegt (…).

aber auch

  • § 19.1: Zum Nachweis der Anspruchsberechtigung ist der Versicherte verpflichtet, eine elektronische Gesundheitskarte gem. § 291 Abs. 2a SGB V vorzulegen.

Dann, und nur dann, wenn er eine hat. Hat er, aus welchen Gründen auch immer, keine, dann folgt

  • § 19.2: Solange die elektronische Gesundheitskarte noch nicht an den Versicherten ausgegeben worden ist, ist der Versicherte verpflichtet, (…) die Krankenversichertenkarte gem. § 291 Abs. 2 SGB V vorzulegen.

Dieser Vertrag ist heute inkraft getreten und gilt ein Jahr, also über den 1.1.2014 hinaus. Wenn Sie also eine alte Versichertenkarte haben, die bis 2020 gültig ist, dann können Sie die auch nächstes Jahr noch verwenden. Das, was die Krankenkassen verbreiten, und was diverse Nachrichtenagenturen unrecherchiert nachplappern, können Sie getrost ignorieren…

Nachtrag 05.10.2013

Bei http://m.heise.de/newsticker/meldung/Elektronische-Gesundheitskarte-Krankenversicherungskarten-werden-bald-ungueltig-1971681.html ist nachzulesen, dass die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg die Regelung zur Gültigkeit der KVK und zum Einsatz der eGK in einer Stellungnahme erklärt habe: „Ab Januar 2014 gilt offiziell nur noch die eGK als gültiger Versicherungsnachweis der Patienten. Im Rahmen einer unbefristeten Übergangsregelung können aber die alten Krankenversichertenkarten weiterhin in das PVS eingelesen werden. Auf Basis der ‚alten‘ KVK können also auch in Zukunft Leistungen abgerechnet oder veranlasst und Verordnungen und Bescheinigungen ausgestellt werden.“

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12 Kommentare
  1. Für alle gesetzlich Versicherte:

    Seit ein paar Monaten gehe ich mit meiner Bescheinigung (einfaches DIN-A-4 Blatt) über die Dauer der Mitgliedschaft zum Arzt/Zahnarzt.

    Klappt super ! Bei der Gelegenheit begründe ich warum ich keine Karte mehr habe und die Leute kommen in’s Nachdenken. Da habe ich dann zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Je mehr Versicherte das machen, desto besser.

    • ingo^ permalink

      Wie und wo bekommt man diese Bescheinigung ? Ich hab die eGK abgelehnt und meine KVK läuft 03/2014 ab.

  2. Martin S. permalink

    Hallo,

    reicht auch eine ALG 2 Bewilligung vom Jobcenter ? Da steht auch die Anmeldung zur Krankenkasse inklusive Zeitrahmen drauf.

  3. Daniel permalink

    Hallo,

    meine Situation ist die folgende:
    – Keine Lust auf die eGK
    – Nicht genügend Geld für das Privatrechnungsverfahren
    – Alte Versichertenkarte schon lange abgelaufen
    – Habe im Moment schriftlichen Versicherungsnachweis bis 31.12.2013

    Die Krankenkasse teilte mir mit, dass sie ab dem 01.01.2014 keine Papierkrankenscheine mehr ausgestellt. Ab dann hätte ich entweder die eGK oder aber keine Versicherung mehr.

    Entscheidende Frage: Kann ich einen Versicherungsnachweis einfordern, egal ob sich die Kasse sträubt?

    Bin für jeden Hinweis dankbar!

  4. Daniel permalink

    Hallo,

    meine Situation ist die folgende:
    – Nicht genügend Geld für das Privatrechnungsverfahren
    – Alte Versichertenkarte schon lange abgelaufen
    – Habe einen Papierkrankenschein, aber nur bis 31.12.2013

    Die Krankenkasse teilte mir mit, dass sie ab dem 01.01.2014 keine Papierkrankenscheine mehr ausstellt. Ab dann hätte ich entweder die eGK oder aber keine Versicherung mehr.
    Daher habe ich die Krankenkasse auf den § 19 Abs. 2+3 BMV-Ä hingewiesen und nochmals ausdrücklich einen Papierkrankenschein für 2014 gefordert.
    Die Kasse antwortete mir, dass die eGK gesetzlich vorgeschrieben sei und für die Kasse kein Spielraum bestünde, davon abzuweichen (klingt für mich nach einer Ausrede).
    Des Weiteren sei die datenschutzmäßige Rechtmäßigkeit der eGK gerichtlich festgestellt worden.

    Entscheidende Frage also: Kann ich einen Papierkrankenschein einfordern, egal ob sich die Kasse sträubt?
    Wenn ja, auf welche Paragraphen kann ich mich dabei berufen?

    Falls das Ganze auf eine wochen- oder monatelange Auseinandersetzung hinausläuft, wie kann ich dann ab dem 01.01.2014 meinen Leistungsanspruch gegenüber dem Arzt nachweisen?
    Anscheinend darf ich jetzt solange nicht krank werden, bis die Kasse mir einen Papierschein ausstellt…

    Bin für jeden Hinweis dankbar!

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  1. Die Krankenkassen informieren ihre Mitglieder über die "Gesundheitskarte" - Dr. med. Ewald Proll :: Arzt für Psychiatrie / Psychotherapie

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